Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs
// IM WANDEL DER ZEIT BERUFSVEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER OÖ - BVOÖ Die Entstehung Oberösterreichs Kunstszene ist wesentlich durch Künstlervereinigungen geprägt. Einen besonderen Rang nimmt dabei die Berufsvereinigung bildender Künstler, Landesverband Oberösterreich, ein. Gegründet in einer vom Krieg gezeichneten Zeit, in der Schutt- und Trümmerbilder zum Alltag gehörten, bot sie schon damals Künstlern der verschiedensten Sparten den Nährboden zur freien künstlerischen Entfaltung. Damals ging es aber nicht nur darum, eine Ausstellung zu organisieren, sondern auch den Mitgliedern in Notsituationen zu helfen. Dazu gehörte etwa die Hilfe zur Beschaffung von Lebensmittelkarten, Heizmaterial oder Arbeitsutensilien, die nur über Bezugsscheine erhältlich waren. Die Raumsituation war in dieser Pionierphase der Nachkriegsjahre äußerst schlecht, einen ersten Unterschlupf stellte damals in der Kaplanhofstraße die Wohnung des ersten Präsidenten der Künstlervereinigung, Dr. Hans Strigl, dar. Mehrmals wurde der Standort gewechselt, bis im Jahr 1974 der Einzug in das Landeskulturzentrum Ursulinenhof erfolgte. Landeshauptmann a.D. Dr. Josef Ratzenböck Text aus dem Katalog „Jetzt - fünfzig Jahre danach“, 1995 DIE BVOÖ Die Entwicklung Die Berufsvereinigung Bildender KünstlerInnen, mit ihrer renommierten Galerie im Erdgeschoss des Ursulinenhofs, gehört zu den ältesten Künstlervereinigungen Österreichs. Sie wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen, um Künstlerinnen und Künstlern die Weiterarbeit zu ermöglichen. Zahlreiche namhafte Persönlichkeiten waren Mitglieder wie z.B. Alfred Kubin, Vilma Eckl, Anton Lutz und Fanny Newald. Die Künstlerinnen und Künstler der BVOÖ sind auf regionale und internationale Ausstellungen vertreten. In der Galerie werden regelmäßig Gruppen-, Themen- und Einzel-ausstellungen veranstaltet. Daraus hat sich ein lebendiger Ort der Kommunikation zwischen Küntler und Künstlerinnen, Kulturinteressierten und Personen der Öffentlichkeit entwickelt. Jährlich organisiert die BVOÖ acht Ausstellungen und ist auch auf der viel beachteten Linzer Kunstmesse vertreten. All diese Aktivitäten werden in der Jahresschrift dokumentiert. DIE VEREINIGUNG KUNSTSCHFFENDER Der Wandel In der Vereinigung Kunstschaffender sind wir bemüht, dem Strom der Zeit gerecht zu werden ohne die tradierten Werte aufgeben zu müssen. Die Bezeichnung „Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberösterreich“ ist lang und umständlich und trifft auch nicht mehr den Kern dessen, was der Verein heute darstellt. Sie kling etwas sperrig und nach Standesvertretung, was wir nicht sind. Außerdem ist die Beschreibung nicht mehr ganz zutreffend. Wir haben nicht nur „bildende“ Künstler und Künstlerinnen im Verein. Die medialen Abgrenzungen sind nicht mehr sinnvoll. Der Verein hat sich geöffnet. Mit dem neuen Name “Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs” wollen wir betonen, dass wir ein Zusammenschluss von künstlerisch arbeitenden Menschen, von autonomen Einzelpersönlichkeiten sind. Die Mitglieder sehen sich alle als unabhängige Kulturarbeiter, die sich voll- kommen frei in der kulturellen Landschaft bewegen und diese mit gestalten. Das ist auch unsere Stärke! Wir sind als Verein ungebunden und frei von Zwängen Traditionen zu bewahren. Unsere Stärke ist die Vielfalt. Unsere Stärke ist die Akzeptanz und Wertschätzung der Einzelposition gegenüber kollektiven Marotten und sozialen oder kunsttheoretischen Trends. Eckart Sonnleitner, 2014 Präsident der Vereinigung Kunstschaffender 2012-2015